Arbeitskreis Ahrweiler

Neue Entwicklung bei Berufsfeldern

Termindetails

Datum: 17. Mai 2016

Ort: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) Robert-Schuman-Platz 3 , 53175 Bonn

Leitung: Marcus Wald, Tino Hackenbruch

Anzahl der Teilnehmer: 30

Anhang/Programm (PDF): 2016-04-23 Veranstaltung 2016-05-17 - Einladung.pdf

Beschreibung

Berufsbildung 4.0 – Eine Herausforderung für Gesellschaft und Wirtschaft

Das Bundesinstitut für Berufsbildung ist das anerkannte Kompetenzzentrum zur Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland. Das BIBB wendet sich mit seinen Forschungs- und Arbeitsergebnissen vor allem an Fachleute im Bereich der Berufs­bildung. Dazu zählen Zielgruppen in Berufsbildungsplanung, Berufsbildungspraxis sowie die wissenschaftliche Fachöffentlichkeit.

Der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Ahrweiler informierte sich im Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn über die Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt.

"Wir erleben keine Revolution, aber eine rasante Evolution der Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft", so Professor Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) im Rahmen der Frühjahrstagung des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT Ahrweiler. Zu dieser hatten die beiden Vorsitzenden, IGS-Schulleiter Marcus Wald (Bereich Schule) und der Leiter der Wirtschaftsförderung Tino Hackenbruch (Bereich Wirtschaft) in Kooperation mit den Wirtschaftsjunioren des Kreises Ahrweiler ins Bonner BIBB geladen.

Für Facharbeiter werde zunehmend "weniger das Anfassen des Werkstoffs" im Mittelpunkt stehen. IT- und Medienkompetenz seien gefragt. Die sich daraus ergebenden Herausforderungen für Bildung, Ausbildung und Weiterbildung fasste Esser unter dem Schlagwort "Berufsbildung 4.0" zusammen. "Aber man muss die Menschen in der Ausbildungspraxis nicht verrückt machen", seien doch nicht alle Berufe gleichermaßen betroffen.

In seinem Eröffnungsvortrag mahnte der BIBB-Präsident, Ausbildung und Studium nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sich als Wettbewerber zu verstehen: "Die Betriebe müssen sich fragen, weshalb so viele junge Menschen ein Studium aufnehmen." Die Duale Ausbildung sei in vielen Bereichen sehr attraktiv: Am Beispiel namhafter Industriekonzerne führte Esser aus, dass guten Facharbeitern durch berufsbegleitende Weiterbildung ein Wechsel ins Management möglich gemacht werde. Kleinere Betriebe müssten sich zunehmend fragen, wie sie sich ebenfalls attraktiv aufstellen können: "Die Digitalisierung macht junge Leute an" und sei damit eine Chance, die es zu nutzen gelte.

Der seit 1977 jährlich herausgegebene Berufsbildungsbericht der Bundesregierung stellt die regionale und sektorale Entwicklung des Angebots und der Nachfrage nach Ausbildungsplätzen dar. Professorin Dr. Elisabeth M. Krekel, Leiterin der Abteilung  „Sozialwissenschaftliche Grundlagen der Berufsbildung“, stellte den vom BIBB seit 2009 herausgegebenen indikatorengestützten Berichtsteil ("Datenreport") vor. Am Beispiel des Verhältnisses zwischen Ausbildungsplatzangeboten und der Ausbildungsplatznachfrage konnte sie zeigen, dass die Chancen junger Menschen auf einen Ausbildungsplatz in den letzten Jahren gestiegen sind. Regional und in einzelnen Berufsfeldern sei das Verhältnis jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Der Wandel in der Berufs- und Ausbildungswelt zeige sich auch in den Ausbildungsordnungen: "Pro Jahr werden im Durchschnitt fünfzehn neue Ausbildungsordnungen erlassen", führte Andreas Stöhr, wissenschaftlicher Mitarbeiter im BIBB, in seinem Vortrag über die "Ordnung der Berufe" aus. In der Regel handele es sich um eine Neuordnung oder Anpassung bestehender Ordnungen, die der technischen Modernisierung bestehender Berufe Rechnung trage. Die Überarbeitung gehe in der Regel von den Berufsverbänden aus, die einen entsprechenden Antrag an das Wirtschaftsministerium stellen. Über diesen entscheide das Ministerium unter Einbeziehung des Bildungsministeriums, des Kuratoriums der deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB), des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK). Das BIBB moderiert und begleitet den Prozess, in dem Sachverständige des Bundes und der Länder einen Entwurf für einen Ausbildungsrahmenplan und einen schulischen Rahmenlehrplan erarbeiten. Beide münden in die neue Ausbildungsordnung, die bundesweit für alle Ausbildungsbetriebe gelte.